Vitiligo ein Leben lang und die Hoffnung auf neue Therapienvon Claudia Rohr
Quelle: "Hautsache", Offizielles Organ der Schweizerischen Psoriasis- und Vitiligo-Gesellschaft, Patientenorganisaion für Schuppenflechte und Weissfleckenkrankheit, Ausgabe 2/2006 Seit einigen Monaten wird von Vitiligo-Betroffenen in Internet-Foren und auch in Zuschriften an die SPVG das Thema „Sprühhaut“ diskutiert und es wird nach Personen gefragt, welche mit dieser neuen Methode bereits Erfahrungen haben. „Hautsache“ hat eine Person gefunden und sie zu ihren ersten Eindrücken befragt. Die Vorgehensweise dieser Behandlung wird anschliessend von Fachärzten erläutert.
Michele Foglia ist 45-jährig, Vater einer 13-jährigen Tochter und Sozialhelfer bei einer landesweiten Institution. Die Vitiligo trat bei ihm erstmals im Alter von ungefähr acht Jahren an den Händen auf. Sie breitete sich dann weiter auf die Füsse, Knie, Ellenbogen, das Gesicht und die Oberschenkel aus. Michele Foglia sagt von sich, dass er, bis auf wenige Ausnahmen, nie gross an der Krankheit gelitten habe, gleichwohl diese zeitweise gut sichtbar war. Trotzdem stand für ihn schon in jungen Jahren fest, dass er aktiv und so lange wie möglich etwas gegen die Weissfleckenkrankheit unternehmen würde. Einzige Voraussetzung: Die Therapien durften nicht zu schmerzhaft sein und den finanziellen Rahmen nicht allzu stark tangieren. Nach Gesprächsrunden in Regionalgruppen der SPVG flog er mit einer anderen Betroffenen nach Kuba, wo eine Behandlung mit Melagenina durchgeführt wurde. Dieser Behandlung unterzog er sich zweimal. Ausserdem erfolgten PUVA-Therapien bei einem Dermatologen und seit längerer Zeit UVB-Behandlungen unter anderem im Gesicht, die er in einer Spezialklinik in Zürich absolvierte. Es kam zu einer für Herrn Foglia zufrieden stellenden Verteilung, allerdings blieben Hände, Füsse, Ellenbogen, Handrücken und Oberschenkelanteile ohne Pigmentierung.
Informationen gesucht und neues Verfahren gefunden Deshalb suchte er im letzten Jahr nach Informationen zu weiteren Vitiligo-Therapien, auch solchen, die vielleicht noch nicht so populär sind. Dabei stiess er auf ein Verfahren, welches vor kurzer Zeit erstmals in Europa angewendet wurde und ihn veranlasste, nähere Erkundigungen einzuziehen. Die Methode, welche ihn ansprach, ist unter dem Namen ReCell bekannt, in Vitiligo-Kreisen wird allerdings oft auch das Wort „Sprühhaut“ verwendet. Michele Foglia suchte danach das Gespräch mit seinem Dermatologen im Therapiezentrum, wo er detaillierter informiert wurde. Er war sich nun sicher, es mit dieser Methode zu versuchen. Daraufhin wurde er ans Universitätsspital Zürich überwiesen. Das Vorgehen mittels ReCell-Applikation wurde Michele Foglia von den Ärzten und Ärztinnen der Klinik für Wiederherstellungschirurgie sehr ausgiebig und offen erklärt. Aufgrund seines seit sechs Monaten stabilen Befundes konnte das neue Anwendungsverfahren für ihn bejaht werden. Herr Foglia erklärte sich bereit, nach einer Ablehnung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse, den Eingriff selber zu bezahlen und bei Erfolg nochmals das Gespräch mit seinem Krankenversicherer zu suchen.
Anfang Oktober 2005 wurde dann bei Michele Foglia unter Lokalanästhesie die neue Methode angewendet. Noch am gleichen Tag konnte er wieder nach Hause entlassen werden. Schmerzen? Dies nicht, höchstens ein leichtes Kribbeln in den ersten Tagen spürte er an den behandelten Hautstellen. In der Folge cremte er sich nach dem Duschen mit einem pflegenden Öl ein, ausserdem erfolgen regelmässige Kontrollen beim ausführenden Chirurgen.
Zusammenspiel vieler Faktoren Einen sichtbaren Erfolg dieser Therapieart konnte Michele Foglia zum Zeitpunkt unseres Gespräches Anfang Februar noch nicht ganz erkennen. Auch wenn er insgeheim auf eine schnellere Repigmentierung gehofft hatte, weiss er sehr wohl, dass es völlig normal ist, wenn beginnende Erfolge sich erst nach sechs Monaten zeigen. Er ist aber froh, dass der Eingriff so gut verlaufen und auch die Haut schon wieder gut verwachsen ist. Er hofft nun sehr, dass bald weitere Eingriffe dieser Art noch mehr Wissen und Erfahrungen bringen und so schlussendlich noch viele Vitiligo-Patienten eine weitere Option haben im Kampf gegen ihre Krankheit.
Michele Foglia ist sich aber sehr bewusst, dass die psychische Verfassung auch bei der Vitiligo-Krankheit eine grosse Rolle spielt. Er erfuhr dies auch schon am eigenen Leib. Mit diesem Bewusstsein im Kopf und einem nach wie vor grossen Interesse an der Erprobung weiterer Therapiemethoden wird er auch in Zukunft die Vitiligo-Forschung aufmerksam mitverfolgen.
In der nachfolgenden Anwenderstudie erfahren Sie von den Ärzten, die Michele Foglia behandelt haben, die Vorgehensweise bei diesem Eingriff. Wie es dem SPVG-Mitglied in den kommenden Monaten ergeht und ob die erhoffte Repigmentierung bei ihm eingetreten ist, können Sie Ende des Jahres in der Zeitschrift "Hautsache" bzw. hier auf unserer Homaepage lesen. Anwenderstudie
Hier findet Ihr einen weiteren Beitrag über das ReCell®-Verfahren : Haut zum Sprühen - Weiße Flecken dauerhaft entfernen
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