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ein Artikel von Vera Die Ärzte Zeitung vom 20.01.2004 berichtete über eine Studie mit Ginkgo-biloba-Extrakt zur erfolgreichen Vitiligo Therapie.
Indische Ärzte erreichen bei Vitiligo-Patienten eine Repigmentierung" sind die Ergebnisse sehr knapp zusammengefasst und die Schlüsse daraus beschrieben. Der Artikel der Ärztezeitung ist hier zu finden: http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/01/20/009a1404.asp?cat=/medizin/naturheilkunde Dieser Artikel veranlasste mich dazu, die Studie und den "Rummel" um Ginkgo biloba etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Studie lag mir hierzu vor- ist aber öffentlich nicht kostenfrei zugänglich.
Dr. Davinder Parsad aus Chandgarh in Indien befasst sich bereits seit längerem mit Therapien zu Vitiligo und hat gemeinsam mit Kollegen die Studie durchgeführt. Der Ansatz der Studie bezog sich auf das Therapieziel oxidativen Stress abzubauen, um der Vitiligo Herr zu werden- zumindest deren Verbreitung bei aktiven Schüben einzudämmen. Da Ginkgo Biloba die Fähigkeiten haben soll, oxidativen Stress abzubauen und immunmodulierend zu wirken, wurde die Studie mit einem am Markt vorhandenen Extrakt durchgeführt. Die Doppelblindstudie erstreckte sich über 52 Patienten mit begrenzter und sich langsam ausbreitender Vitiligo, wobei die Hälfte den Extrakt eingenommen hat, die andere Hälfte ein Placebo. 47 Patienten wurden in das Studienergebnis übernommen (22 aus der Placebo Gruppe). Gegeben wurde 3 Mal täglich 50mg Ginkgo-biloba-Extrakt in einer in Indien erhältlichen standardisierten Form für die Dauer von 6 Monaten. Der Extrakt wurde von allen Personen gut vertragen. 10 der Patienten der Ginkgo-Gruppe pigmentierten bemerkenswert oder vollständig, während Pigmentierungen in diesem Umfang bei der Kontrollgruppe nur bei zwei Patienten zu vermerken waren. Zu einem Stopp der Verbreitung der Flecken kam es in der Ginkgo-Gruppe bei 20 Patienten, bei der anderen hingegen nur bei acht. Diese Unterschiede erachteten die medizinischen Forscher als signifikant. Besonders bei Patienten mit akrofazialer Vitiligo waren positive Ergebnisse unter der Einnahme von Ginkgo biloba zu verzeichnen. Seitens Parsad und seinen Kollegen wurde gefolgert, dass der Effekt mit den antioxidativen Eigenschaften des Extrakts zu erklären wäre. Um Repigmentierungen unter der Anwendung von Ginkgo zu beschleunigen, empfehlen sie parallel die Einnahme von Steroiden. Darüber hinaus wurde die Hypothese aufgestellt (auch auf Grundlage vorangegangener Untersuchungen), dass die Akrofaziale-Vitiligo vorrangig durch oxidativen Stress ausgelöst wird. Ich selbst sehe die Studie sehr kritisch. MEINE KRITIK ZUR STUDIE 47 Teilnehmer sind eine nicht sehr hohe Anzahl für eine medizinische Studie, und meines Erachtens somit auch nicht "repräsentativ". Des Weiteren frage ich mich, weshalb es auch bei 8 Patienten der Placebo-Gruppe - das wären ja 40%! derselben - zu einem Stopp der Verbreitung gekommen ist- und immerhin auch zwei Teilnehmer merklich repigmentiert haben. Die mathematisch-statistisch errechnete „Signifikanz“ ist und bleibt eben ein statistischer Wert. Dr. Parsad aus Indien scheint sich jedenfalls mit Vitiligo auszukennen, - und das nicht erst seit gestern- weshalb ich seinen Forschergeist und die Sinnhaftigkeit der Studie nicht anzweifle. Es müssten jedoch auf dieses doch überraschende Ergebnis weitere Studien mit höherer Teilnehmerzahl erfolgen. Ebenso sollten als Nachgang weiter auch in Richtung der Eindämmung des oxidativen Stresses geforscht werden, was auch E.Ernst in seinem Kommentar zur Studie (Quelle: hautnah dermatologie 1-2004) fordert. Hierüber ist mir bis heute jedoch nichts bekannt. Deshalb bleibt uns Vitiligo Patienten nichts weiter übrig, als Selbststudien durchzuführen- die leider niemals derart publiziert werden können. Nun, da solche Pflanzenextrakte vermutlich weniger Schaden anrichten als andere Medikamente, bleibt demjenigen, dem für den Fall des Misserfolges das Geld nicht zu schade ist, nur die Möglichkeit des Ausprobierens. Hierbei stellt sich dann die Frage, ob ein bestimmter Gingko-Extrakt verwendet werden muss.
In der Studie liest man von Trockenextrakt von Ginkgo biloba mit 9,6 mg Ginkgoflavonglycosiden, erhältlich unter dem Markennamen "Ginkocer Ranbaxi, India". Da wir nicht alle in Indien wohnen, können wir vermutlich nicht genau auf diesen, aber doch wohl auf ähnliche Extrakte zugreifen. Ähnliche Produkte (Quelle: http://www.uni-leipzig.de/~pharm/phfn/hent.pdf) könnten folgende sein:
EGb761® = Tebonin forte ®(Dr. Willmar Schwabe) standardisiert auf 24 % Flavonglycoside und 6 % Terpenlactone 40 mg Extrakt enthalten: 8,8 -10,8 mg Flavonglycoside 2,0 - 2,8 mg Terpenlactone (1,12 - 1,36 mg Ginkgolide A, B, C und 1,04 -1,28 mg Bilobalid) weniger als 0,2 µg Ginkgolsäuren / Dosiereinheit
analoge Standardisierungen enthalten: (Liste ist nicht vollständig!!) Ginkobil® N ratiopharm (FTA) Ginkodilat®(FTA) (Azupharma) Ginkopur®(Spitzner) (FTA) Rökan®(Spitzner) (FTA) Ginkgo-STADA ® (FTA)
KOSTEN DER "THERAPIE" Nicht unwesentlich im "Selbstversuch" sind natürlich auch die Kosten, weshalb ich beispielhaft für die o. g. Standardisierungen Preise eingeholt und "gemittelt" habe. Preise: (alle ohne Gewähr!!, Stand: Februar 2004) Tebonin forte 200 Stk. 50,80 Euro Ginkobil® N ratiopharm (FTA) 120 Stk 29,75 Euro Ginkodilat®(FTA) (Azupharma) 100 Stk 25,42 Euro Ginkopur®(Spitzner) (FTA) 120 Stk 29,75 Euro Rökan®(Spitzner) (FTA) 40mg 120 Stk 29,78 Euro Ginkgo-STADA ® (FTA) 100 Stk 24,65 Euro Die Produkte sind alle rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Bei der in der Studie angesetzten Dosis von 120mg/Tag kostet die Therapie ca. 22,30 Euro pro Monat, mit Ergebnissen scheint bereits innerhalb eines halben Jahre zu rechnen zu sein, da auch die Studie nur so lange dauerte.
NEBENWIRKUNGEN Obwohl in der Studie von einer guten Verträglichkeit des Extraktes berichtet wird, und dies auch allgemein für Ginkgo biloba bekannt ist, muss jedoch erwähnt werden, dass auch pflanzliche Präparate nicht immer nebenwirkungsfrei sind. Insbesondere Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen (z.B. Aspirin!), sollten vorsichtig sein, da auch Ginkgo das Blut verdünnt und es somit zu Problemen kommen könnte. Unter http://www.uni-leipzig.de/~pharm/phfn/hent.pdf sind folgende Nebenwirkungen für Ginkgo-Biloba aufgeführt: Gastrointestinale Symptome - Magenverstimmung - Durchfall / Blähungen - Übelkeit / Erbrechen Allergische Hautreaktionen Kopfschmerzen Anapyhlaktischer Schock (i.v. Applikation) Gefahr von Spontanblutungen (Antikoagulanz) Von der Einnahme wird abgeraten während Schwangerschaft und Stillzeit. Aufgrund dessen, dass der Extrakt auch die Blutgerinnung verändern kann, ist das Präparat rechtzeitig vor Operationen abzusetzen. Es sind selbstverständlich die jeweils beim angewendeten Präparat aufgeführten Nebenwirkungen und Kontraindikationen zu beachten! Der weit verbreitet bekannte Effekt von Ginkgo biloba das Erinnerungsvermögen und die geistige Fitness zu stärken, sollte sich wohl eher nicht als negative Nebenwirkung bemerkbar machen, es sei denn jemand hätte vergessen, dass er weiße Flecken hat...
ERSTE ERFAHRUNGEN Im deutschen Vitiligo-Forum (http://www.forumromanum.de/member/forum/forum.cgi?USER=user_89599) las ich in letzter Zeit von mindestens zwei "Testern" die Erfolge nach Einnahme eines Ginkgo Präparates erzielt haben- (nach bereits 1 bzw. 2 Monaten Einnahme), einer davon hatte mit keiner anderen (jedoch nicht beschriebenen) Therapie überhaupt repigmentiert. Eine weitere Person (hier im Forum) führt Pigmentierungen evtl. auf das eingenommene Ginkgo Präparat zurück. Gute Aussichten? Nur noch mehr Selbstversuche werden uns weiterbringen, wenn es nicht noch weitere offizielle Studien geben wird. Hilfreich sind in diesem Fall immer wieder öffentliche Berichte über EURE Selbstversuche in diesem (mit link auf's Forum hinterlegen!) oder jedem anderen vitiligo-relevanten Forum oder den entsprechenden Mailinglisten.
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| Letzes Update ( Montag, 25. Oktober 2004 ) | |