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Regena Therapie   PDF  Drucken  E-mail 

Erfahrungsbericht zur Regena-Therapie über eine Behandlungsdauer von 6 Monaten

(Bernhard Windisch)

Es war im Sommer 2001 als ich mir ein Herz nahm und meiner Vitiligo den Kampf angesagt habe. Zuerst einmal machte ich mich, wie so viele von uns, über das Internet ein bisschen schlau über Vitiligo und Behandlungsmethoden. da war dann meist von Bestrahlungstherapien die Rede (in vielen Hautkliniken kennt man bis heute nichts anderes). PUVA ist wahrscheinlich noch immer die verbreitetste Methode (sollte mal eine Studie über Behandlungsmethoden und deren Häufigkeitsverteilung suchen). Mit Bekannten darüber geplaudert, erfuhr ich über die verschiedensten Krankheiten die via UVA behandelt werden können (Neurodermitis, Schuppenflechte, bestimmte Arten von Sonnenallergie). Daher war ich eigentlich schon sehr in Richtung PUVA eingestellt. Wäre da nicht dieses P das für Schlucken von Pulverln (Psoralen) stünde, und ich habe erstens eine ziemliche Schluckphobie und zweitens berichtete man mir, dass diese Pulver eine elendlange Liste von Nebenwirkungen haben, für die man bei Beginn der Behandlung auch noch eine Erklärung der Risikoübernahme unterschreiben muss. Naja. Da kamen dann doch gröbere Bedenken!  

So nebenbei versuchte ich mein Problem auf kosmetische Art zu mildern. Ich erkundigte mich in meiner Apotheke nach diversen Camouflage-Produkten (also Abdeck-Make-ups) und wurde mit Produkten der Fa. Covermark vertraut gemacht. Es blieb vorerst bei einem festen Make-up dieser Marke (nicht zu empfehlen). Bei einem weiteren Besuch der Apotheke wurde ich dann mit einem Augen-Make-up (flüssig) und einem Fixierpuder versorgt. Dieser Besuch sollte mir aber die Augen für eine andere Therapieform öffnen.  

Meine Apothekerin (Apotheke in der Wiesen, Wien 23) wies mich in einem Gespräch auf die Möglichkeit der Behandlung von Vitiligo mit Regenaplexen hin. Da sie selbst jahrelange Erfahrung mit diesen Produkten hat und auch heute noch als Ansprechpartner der Firma in Österreich genannt wird, kannte sie einen Arzt in Wien, der diese Behandlung bei Vitiligo als „Hobby“ (wie er selbst bezeichnete) praktizierte und noch immer praktiziert.

Da ich hier keine Namen nennen möchte, können alle Interessierten gerne den Namen und die Adresse dieses Arztes bei mir erfahren. Ein sehr netter Mann der eine Ordination im ersten Wiener Gemeindebezirk hat, und der sich auf homöopathische Behandlungen spezialisiert hat (natürlich alles privat – keine Krankenkasse, aber im Vergleich zu vielen anderen Privatärzten eigentlich kostengünstig). Sein erstes Therapiegespräch fand schon am Telefon statt, dauerte über 30 Minuten und war gratis. Durch diesen Umstand überzeugt, war ich mir sicher, dass es sich um keinen Scharlatan handelte und vereinbarte meinen ersten Termin. Es war eine tolle Erfahrung. Ich traf einen etwas älteren Mann um die 60, ein bisschen schwerhörig, der mir die Philosophie der Regena-Therapie näher brachte. Er selbst hatte zwar keine Vitiligo , probierte aber auch schon am eigenen Leibe die zur Regena-Therapie empfohlene Diät aus und berichtete mir darüber recht ausführlich. Von 10 kg Gewichtsverlust in ein paar Monaten und Kartoffeln in allen Variationen bis zum Umfallen.

Die Therapie sah also so aus, dass man die verschriebenen Regenaplextropfen (3-6 verschieden Fläschchen a 15ml gleichzeitig) in einem ¼ Liter abgekochten Wasser schluckweise über den ganzen Tag verteilt zu sich nehmen musste. Darüber hinaus sollte man 1 bis 2 mal täglich die betroffenen Hautstellen damit einreiben. Von jedem dieser Fläschchen kamen also 10 Tropfen in das Wasser, und dann lief ich den ganzen Tag mit meiner Plastikflasche mit Nuckel herum und nahm jede Stunde einen Schluck zu mir – 6 Monate lang. Die Präparate wechselten alle 1-2 Monate, wobei zuerst einmal versucht wird den Körper zu entschlacken, Giftstoffe aus dem Körper auszuscheiden, und danach variieren die Präparate je nach individuelle Charakter und Krankheitsbild.

Therapieverlauf:

Ich möchte vorwegnehmen, wenn ich mich für eine Therapie entschieden habe, dann ziehe ich die Sache kompromisslos durch. Soll heißen, ich ernährte mich ausschließlich von den unter Stahlkopfdiät empfohlenen Lebensmitteln und das ist nicht gerade abwechslungsreich! Die Menge ist allerdings egal, ihr könnt essen bis zum umfallen, d.h. ich hatte nie ein Hungergefühl, nur Heißhunger auf Süßes.

Ich wollte mir einfach nicht vorwerfen können, dass die Sache auf Grund einer Undiszipliniertheit scheitern sollte. Das bedeutete aber - wie von meinem Arzt angedroht - Kartoffeln, Kartoffeln, Kartoffeln. Kombiniert wird das ganze mit dem empfohlenen Gemüse. Keine Wurst, Schinken oder dergleichen in meine Semmeln (nur Weißgebäck erlaubt), sondern Butter (das einzige erlaubte Milchprodukt) und halbe Paprika (meist rot - bin heute noch süchtig danach) oder Zucchinischeibchen. Viel Salat –aber natürlich ohne Dressing – kein Essig (nix saures) kein Yoghurt (keine Milch, oder Milchprodukte), nur mit Olivenöl und maximal einem Schuss – biologisch angebauten – Weißwein.  

Keine Konservierungsmittel – keine E-Stoffe. Na dann sucht mal in den Lebensmittelregalen. (Also auf in den Bioladen!)

Die ganze gesunde Ernährung hatte einerseits den positiven Effekt, dass ich nach 3 Monaten 10 kg abgenommen hatte, was zu dieser Zeit auch nicht unangenehm war. Mit 74 kg Lebendgewicht auf 1,87m Körpergröße zog ich dann allerdings die Notbremse, und es wurden dann doch immer wieder ein paar Nüsse oder Kartoffelchips (sind ja auch Kartoffeln) in den Diätplan aufgenommen.

Und nun zum Positiven.

  • man fühlt sich super gut
  • man ist voller Energie
  • der Darm ist entschlackt
  • das Immunsystem gestärkt
  • man beginnt langsam zu repigmentieren (bei mir nach ca. 6-8 Wochen, aber leider nur auf einem Fleck und das blieb dann leider so bis zum Abbruch der Therapie)

Kosten der Therapie

Alles schön und gut aber was kostet die Sache?

Tropfen: ein Fläschchen Tropfen kostet in der Apotheke ca. 12 €.
 
Arztkosten: sind das geringste Übel, ein Besuch ca. 35 € (Dauer des Therapiegesprächs ca. 50 Minuten), dazu ein Gratistelefonat (fast gratis wenn man billigen Telefontarif hat). – Also echt günstig.  

Was kostete die gesamte Therapie (Dauer 6 Monate):  

Fangen wir diesmal beim Billigern an: Ich hatte neben dem Telefonat nur 2 Therapiegespräche, musste also in den 6 Monaten meiner Behandlung nur 2 Mal in die Wiener Innenstadt reisen. Nach jedem Ablauf meiner Therapieeinheiten –also Wechsel der Regenaplexpräparate – telefonierte ich mit meinem Arzt und er schickte mir per Post ein Rezept mit den neuen Präparaten. Gesamtkosten inkl. Telefonkosten daher ca. 80 € (macht ca. 13 € pro Monat)  

Kommen wir zum teuren Teil der Therapie, die Regenaplexe:

Kosten je nach Umfang der betroffenen Hautpartien – bei mir noch dezente ca. 1-2% der gesamten Hautoberfläche – ca. 140 € pro Monat aufwärts.  


Fazit

Man sollte diese Therapie nur dann anwenden, wenn  man:    

  • sich im Anfangsstadium der Pigmentstörung befindet, sprich wenn das Ausmaß der Vitiligo noch gering ist (Kosten der externen Behandlung sonst zu hoch)
  • nur bestimmte Areale extern behandelt (jene, die einem selbst am wichtigsten erscheinen)
  • mit der Stahlkopfdiät leben kann
  • auf  viele Genussmittel verzichten kann
  • eine Zusatzversicherung oder viel Geld hat
  • viel Geduld hat (habe Gespräche mit anderen Patienten geführt, die diese Therapie über Jahre - mit Erfolg betrieben haben) 

Bei mir blieb es aber nur bei einem teilweise repigmentierten Fleck in der Größe von 2x2 cm. Dieser Umstand war für mich dann der Anlass nach 6 Monaten das Handtuch zu werfen, und die Therapie zu beenden.

Ich möchte mich an dieser Stelle aber trotzdem bei allen Beteiligten für diese Erfahrung bedanken.
 


Letzes Update ( Samstag, 10. Dezember 2005 )



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