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Hautfarbe nach WunschBlasser Teint oder knackig braun - Eine neue Creme kann die Melanin-Produktion ankurbeln oder drosselnVon Thorsten Dargatz Für Michael Jackson kommt die Revolution in der Dermatologie zu spät. Die Haut des erfolgreichsten Popstars aller Zeiten machte die wohl spektakulärste Metamorphose durch. Mit den Jahren verwandelte sich sein Teint von dunkel zu völlig blass. Allein mit Schminke war das nicht zu schaffen. Jacksons Hautgeheimnis blieb bis heute ungeklärt. Aber unabhängig ob Chemie oder Krankheit eine Rolle spielten, schon bald kann sich jeder die Hautfarbe nach Wunsch schaffen. Die amerikanische Firma OSI Pharmaceuticals in Uniondale im Bundesstaat New Jersey entwickelt derzeit eine Creme, mit der man seine Hautfarbe beliebig ändern kann. Ob man lieber mit dem derzeit modernen blassen Teint oder doch lieber knackig braun durch die Gegend laufen möchte, mit der neuen Salbe ist beides möglich. Die Hauptrolle beim Wechselspiel der Farben spielt Melanin. Dabei handelt es sich um ein dunkelbraunes Pigment. Es wird von den so genannten Melanozyten produziert, die in den Zellzwischenräumen der oberen Hautschicht, der Epidermis, sitzen. Bei ihren Forschungen sind die amerikanischen Wissenschaftler auf ein spezielles Enzym gestoßen. Es spielt bei der Produktion von Melanin eine wichtige Rolle. Die noch geheim gehaltenen Inhaltsstoffe der neuen Creme sind in der Lage, die so genannte biochemische Kaskade der Pigmentierung zu beeinflussen. Somit ist es jetzt erstmals möglich, die Produktion des Eiweißstoffs sowohl zu stoppen als auch anzukurbeln. Bei einer Blockade sinken die Melanin-Werte im Körper, und die Haut hellt sich auf. Der gegenteilige Effekt tritt ein, wenn man die Produktion ankurbelt. Die Haut wird deutlich dunkler. "Damit bringen wir eine völlig neue Generation von Selbstbräunern auf den Markt", sagt Dr. Eric Collington, Chefchemiker von OSI Pharmaceuticals. Die Hautärzte wird es freuen, denn die Lust auf gebräunte Haut kann jetzt ohne ausgedehnte Sonnenbäder gestillt werden. Der Sonnenhunger, warnen Experten schon seit langem, birgt erhebliche Gesundheitsrisiken. So steigt die Zahl der Hautkrebserkrankungen seit den 60er-Jahren jährlich um sieben Prozent an. Trotz der kosmetischen Effekte der neuen Hautcreme betonen die Wissenschaftler, dass es ihnen nicht nur darum geht. Vielmehr wollen sie vor allem den Menschen helfen, die unter bestimmten Hautstörungen leiden. "Veränderungen der Hautfarbe sind zwar nicht lebensgefährlich", so Dr. Collington. "Aber sie können für die Menschen eine große psychische Belastung darstellen." Deshalb haben die findigen Wissenschaftler für die neue Substanzgruppe auch gleich einen neuen Begriff geprägt: Kosmezeutika. Damit sind Produkte gemeint, die sowohl pharmazeutische als auch kosmetische Effekte erzielen. Für die Firma voraussichtlich ein Riesenmarkt. Weltweit leiden etwa zwei Prozent der Bevölkerung unter Pigmentstörungen. Der aus den Fugen geratene Melanin-Stoffwechsel führt zu Verfärbungen der Epidermis. Wenn die Produktion des Hautfarbstoffs zum Erliegen kommt, hellt sich die Haut deutlich sichtbar auf. Bei einer Überproduktion wird die Haut dunkel. Sowohl ein Mangel als auch ein Zuviel an Melanin ist nach derzeitigem Wissensstand erblich bedingt. Zu den wichtigsten Einsatzgebieten der innovativen Salbe dürfte die so genannte Weißfleckenkrankheit gehören. Unter Vitiligo, wie das schmerzlose und nicht ansteckende Hautleiden in der Fachsprache genannt wird, leiden in Deutschland rund 1,2 Millionen Menschen. Auf Grund einer Pigmentstörung kommt es zu weißen, scharf begrenzten Flächen. Sie können am ganzen Körper auftreten, betroffen sind aber vor allem Hände, Unterarme, Gesicht und Kopf. Die damit deutlich sichtbare Krankheit tritt meist schon in jungen Jahren auf und kann durch externe Faktoren wie psychische Belastung, intensive Sonneneinstrahlung oder Schwangerschaft begünstigt werden. Erste Studien zeigen aber, dass die Melanin-Produktion mit der Creme wieder in Gang gesetzt wird, so dass die psychisch so belastenden weißen Flecken verschwinden. Genauso erfolgreich ist das Produkt aber auch bei den meist harmlosen Leberflecken. Die dunkel pigmentierten Hautstellen, Ursache einer Überproduktion von Melanin, können sich nach einer Therapie deutlich zurückbilden. Wann das Produkt auf den Markt kommt, steht noch nicht fest. Die klinischen Studien laufen auf Hochtouren. Quelle: http://www.welt.de/daten/2001/08/05/0805ws272598.htx?search=hautfarbe+wunsch&searchHILI=1 (Artikel aus dem Jahr 2001, leider 2003 nicht mehr aktuell, da auf der Seite von OSI Pharmaceuticals kein Hinweis über Vitiligo-Forschung!) |
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