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Orthomolekulare Therapie (nach Dr. Thomas Matschurat)   PDF  Drucken  E-mail 

Zum Einsatz kommen dabei Mikronutrienten und andere essentielle Nährstoffen, wie Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren, die entweder eine direkte bekannte Rolle bei der Synthese von Melanin spielen, oder als Therapeutika bei degenerativen Nervenerkrankungen wirksam sind, die antioxidative Wirkungen haben oder die generell für einen gesunden Zellstoffwechsel unabdingbar sind. (Phenylalanin, Kupfer, Vitamin B12, Folsäure, Vitamin B6, Vitamin E, Vitamin D, Vitamin C und Enzyme)

Erforderliche Dosierungen können bei verschiedenen Patienten unterschiedlich sein und sollten mit dem Therapeuten abgesprochen werden.

Als Basis für einen gesunden Zellstoffwechsel ganz allgemein aber auch im Bewusstsein der synergistischen Wirkung vieler Vitamine und Spurenelemente untereinander im biologischen System, werden noch ein Multivitamin- und ein Multimineralpräparat eingesetzt.

Zu bedenken ist dabei auch, dass eine länderdauernde Therapie mit Kupfer einen Ausgleich durch die gleichzeitige Gabe von Zink erfordert.

Des weiteren ist eine regelmäßige adäquate UV Bestrahlung stets erforderlich.

Therapie der Vitiligo nach orthomolekularen Gesichtspunkten
nach Dr. Thomas Matschurat

Quelle: http://www.vitiligo-behandlung.de/

Vorauszuschicken ist, dass bei jeder Behandlung der Vitiligo- und das gilt für alle anderen verfügbaren Therapieansätze auch- zusätzlich eine regelmäßige adäquate UV- Bestrahlung erforderlich ist, die den notwendigen Reiz liefert, der die Melanozyten zur Pigmentbildung anregt.

Welche Therapeutika kommen in Frage?

Grundsätzliches:

In unserer Praxis unternehmen wir den Versuch, mit Stoffen, die in ihrem Nebenwirkungspotential gleich Null sind oder gegen Null tendieren, möglichst allen in Frage kommenden Ursachen der Vitiligo entgegenzuwirken, um zu einem einheitlichen Behandlungsschema zu kommen, das für alle Vitiligopatienten, gleich welcher „Vitiligo-Ursache“ wirksam sein kann. Zum Einsatz kommen dabei Mikronutrienten und andere essentielle Nährstoffen, wie Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren, die entweder eine direkte bekannte Rolle bei der Synthese von Melanin spielen, oder als Therapeutika bei degenerativen Nervenerkrankungen wirksam sind, die antioxidative Wirkungen haben oder die generell für einen gesunden Zellstoffwechsel unabdingbar sind. Dabei lassen wir uns auch von dem Gedanken leiten, daß jede Stoffwechselleistung, so auch die der Synthese von Melanin, nur von Zellen erbracht werden kann, die optimal mit Stoffen versorgt sind, die sie für ihr eigenes Überleben benötigen. Neben dieser Grundversorgung müssen diese Zellen (hier speziell die Melanozyten) nun aber zusätzlich vermehrt mit solchen Nährstoffen versorgt werden, die sie für ihre spezifische Stoffwechselleistung zum Nutzen des Gesamtorganismus (hier die Melaninsynthese) benötigen. Ermutigt werden wir bei diesem Therapieansatz durch die Beobachtung, dass eine Repigmentierung von vitiliginösen Hautarealen in den meisten Fällen grundsätzlich möglich ist. Dies kann nur erklärt werden, wenn man davon ausgeht, dass die Melanozyten vitiliginöser Hautareale entweder nicht irreversibel geschädigt sind oder, dass potentielle Melanozytenreserven im gleichen Hautareal vorliegen und aktivierbar sind, oder aus der unmittelbaren Umgebung funktionsfähige Melanozyten einwandern können oder mehrere dieser Möglichkeiten vorliegen. Würden keine solchen Umstände vorliegen, so wäre eine Repigmentierung grundsätzlich unmöglich.

Ohne auf biochemische Details einzugehen, sollen die Stoffe, die aus unserer Sicht hier in Frage kommen kurz charakterisiert werden.

Zur genetischen Disposition:

Die Synthese von Melanin erfordert als Baustein bzw. als Ausgangssubstanz die Aminosäure Tyrosin. Tyrosin wird mit Hilfe des in den Zellen vorhandenen Enzyms Tyrosinase über mehrere Stoffwechselschritte in Melanin umgewandelt. Dieses Enzym benötigt zu seiner Aktivierung das Spurenelement Kupfer. Hier liegen nun bereits zwei Ansatzpunkte zur Verbesserung der Melaninsynthese in Melanozyten, die überhaupt noch zur Melaninsynthese fähig sind. Zum einen ist dies die vermehrte Darreichung des Ausgangstoffes Tyrosin, zum anderen die Erhöhung der Aktivität der Tyrosinase. Dazu ist folgendes zu bemerken: die Therapie mit Tyrosin wurde bereits in entsprechenden Experimenten erprobt. Dabei stellte sich heraus, dass die Gabe von Tyrosin wenig effektiv ist, dagegen aber die Anwendung ihrer Vorläufersubstanz, nämlich dem Phenylalanin. Phenylalanin ist eine sogenannte essentielle Aminosäure, d. h. ein Nahrungsbestandteil, den unser Organismus unbedingt über die Nahrung aufnehmen muss, da er ihn nicht selber erzeugen kann. Es ist ein Bestandteil des Eiweißes. Aus Phenylalanin kann unser Organismus wiederum Tyrosin herstellen. Auch Phenylalanin wurde bei Vitiligo therapeutisch eingesetzt und zwar, im Gegensatzt zum Tyrosin mit recht gutem Erfolg. Warum Phenylalanin in der Therapie der Vitiligo erfolgreicher ist als das Tyrosin, ist nicht wirklich geklärt, auch wenn es hierfür einige Erklärungsversuche gibt. Uns sollte zunächst die Tatsache genügen, dass Phenylalanin wirksam ist. In der Literatur wird von Studien mit relativ kleinen Gruppen (zwischen 14 und 32 Patienten) berichtet, die eine Ansprechquote von bis zu 84 % aufwiesen mit einer Repigmentierung von „befriedigend“ bis zu 100 %. Der zweite Ansatzpunkt besteht darin die Tyrosinaseaktivität zu verbessern. Es ist heute noch nicht möglich, Tyrosinase in einer einnehmbaren oder injezierbaren Form in den Organismus einzubringen, oder durch Gentechniken für eine vermehrte Produktion von Tyrosinase in den Zellen zu sorgen. Möglich dagegen ist es, die Aktivität der im Körper vorhandenen Tyrosinase dadurch zu verbessern, dass ihr Aktivator, das Kupfer, durch Supplementierung vermehrt angeboten wird, so dass eine möglichst große Anzahl von vorhandenen Tyrosinaseenzymen aktiv an der Syntheseleistung von Melanin teilnehmen kann. Dieser bisher geschilderte Ansatz der Verbesserung der Melaninsynthese, kann auch dann zum therapeutischen Erfolg führen, wenn die Vitiligo genetisch bedingt ist. Diese Vermutung stützt sich auf zwei Beobachtungen: Zum einen besteht die Vitiligo auch bei Patienten mit genetischer Disposition nicht von Anfang an, sondern manifestiert sich oft erst im Verlaufe des Lebens, zum Teil sogar erst in den späteren Lebensjahren. Das bedeutet, dass auch bei diesen Patienten vor Beginn ihrer Vitiligoausprägung, die Bildung von Pigment möglich war und dies eben obwohl sie im Bezug auf die Melaninsynthese einen genetischen Defekt haben. Zum anderen kann man bei genetisch disponierten Patienten durchaus auch eine spontane Repigmentierung befallener Hautareale beobachten. Die genetische Disposition ist also keine absolute, sondern bedeutet nur eine mehr oder weniger ausgeprägte Schwäche in der Bildung von Melanin. Diese Stoffwechselschwäche kann durch eine reiche Versorgung der Melanozyten mit Phenylalanin und Kupfer offensichtlich kompensiert werden. Dieser Weg begünstigt nicht nur bei genetisch bedingter Vitiligo die Synthese von Melanin, sondern die Melaninsynthese ganz generell. Dies zeigt sich auch darin, dass durch die Verabreichung von Phenylalanin und Kupfer die Bräunung der Haut unter UV-Bestrahlung auch in den gesunden Hautarealen deutlich vermehrt ist. Beim Studium der entsprechenden Literatur, mussten wir feststellen, dass es zwar eine Reihe von Studien gibt, die sich mit der Wirkung von Phenylalanin + UV Strahlung bei Vitiligo befasst und das hier von befriedigenden Erfolgen berichtet wurde, dass es aber unseres Wissens keine Studien gibt, die Phenylalanin und Kupfer gleichzeitig eingesetzt haben. Es ist zwar verständlich, dass man zur Prüfung der Wirkung eines Therapeutikums dieses monotherapeutisch einsetzt, um entsprechende Erkenntnisse zu gewinnen. In der Praxis aber sollte man die synergistische Wirkung der Partner im Stoffwechsel der Melaninsynthese nutzen und also Phenylalanin und Kupfer gemeinsam einsetzen. Selbst Studien zur Wirkung dieser gleichzeitig eingesetzten Substanzen wären wünschenswert, zumal man über die Wirkung des Phenylalanins alleine bereits genügend Informationen gewonnen hat.

Zur Vitiligo als Autoimmunprozeß:

Autoimmunprozesse lassen sich in dadurch beeinflussen, dass man zum einen dafür sorgt, das weniger allergene Substanzen im Körper zirkulieren und sich möglicherweise an körpereigene Strukturen anheften. Das Auftreten von allergenen Substanzen im Körper kann vielfältigsten Ursachen haben, die ich hier in der Kürze nicht aufzählen kann. Das Eindringen oder das Entstehen solcher Allergene in den bzw. im Körper zu verhindern wäre ein möglicher Ansatz, ist aber im Einzelfalle nur mit großer Detektivarbeit bezüglich ihrer Quellen zu bewerkstelligen. Darum möchte ich hier darauf nicht weiter eingehen. Allerdings sollte der Therapeut sich mit diesem Ansatz im Einzelfalle befassen. Weniger auf den individuellen Fall bezogen, also für alle Patienten in Frage kommend, ist der Einsatz von Enzympräparaten, die in der Lage sind, zirkulierende und gewebsständige Antigen-Antikörperkomplexe zu "verdauen“, also zu beseitigen und damit dem Immunsystem den Reiz zu entziehen, körpereigenes Gewebe anzugreifen. Eine Enzymtherapie ist vielen Ärzten bekannt und sollte auch bei der Vitiligo in Betracht gezogen werden. Ein weiterer allgemeiner Ansatz in diesem Zusammenhang ist es, immunsupprimierende Substanzen einzusetzen. Dazu geeignet ist das Vitamin E in hoher Dosierung, (mehr als 1200 Einheiten), das sich in solcher Dosierung auch bei einer anderen autoimmunologischen Erkrankung bereits durchgesetzt hat, nämlich der rheumatoiden Arthritis. Bei dieser letztgenannten Krankheit, wirkt es außerdem als Radikalfänger. Eine andere immunregulatorische Substanz ist das Vitamin D, das sich als Salbe oder Creme, lokal appliziert bereits therapeutisch bewährt hat. Studien zu Vitamin E und Vitamin D in oraler Form bei Vitiligo liegen allerdings nicht vor.

 
Zur neuro-cutanen Entkopplung:

Die Beobachtung, dass Vitamin B12 und Folsäure mit einer Ansprechquote von 35 bis 40% in der Behandlung der Vitiligo wirksam sind, kann nicht ohne weiteres auf einen direkten biochemischen Einfluss auf die Melaninsynthese zurückgeführt werden. Vielmehr scheint hier deren neurothroper Charakter, also deren Wirkung auf das Nervensystem zum Tragen zu kommen. Wenn diese Erklärung zutrifft, so wäre auch noch an ein anderes neurothropes Vitamin zu denken, nämlich an das Vitamin B6, das überdies eine Schlüsselrolle im Aminosäurenstoffwechsel und im Eiweisstoffwechsel spielt. Allerdings gibt es zur Wirkung des Vitamin B6 in der Therapie der Vitiligo unseres Wissens keine klinischen Studien. Wir sind der Meinung, dass neben Vitamin B 12 und Folsäure auch alle anderen neurothropen Vitamine bei der Vitiligo versuchsweise therapeutisch eingesetzt werden sollten.

 
Neurogene Toxinwirkung als Ursache der Vitiligo:

Stress macht krank. Das gilt allgemein und fast jeder unterliegt Stresssituationen, denen er sich nicht entziehen kann. Deshalb soll hier weder über Lebensberatung noch über pharmakologische Stressbekämpfung gesprochen werden, selbst wenn es aus dem Bereich nebenwirkungsfreier Präparate Angebote gäbe. Die Folgen toxicher Substrateeinwirkung auf Zellen kann jedoch ganz allgemein recht gut mit Vitamin C gemindert werden und zwar weil Vitamin C sowohl als zentrale Entgiftungssubstanz, wie auch als Antoxidans wirkt. Überdies ist Vitamin C eine Substanz, die noch inaktive Hormone durch Hydroxilierung aktiviert, was ein weiterer Vorteil sein kann. Insgesamt ist dieser Therapieansatz recht vage (nicht anders als die Theorie über neurogene Toxine als Auslöser an sich). Aber ein Therapieversuch hat keine Nachteile.

Traumatische Schädigungen der Haut und freie Radikale als Auslöser einer Vitiligo:

Bei traumatischen Schädigungen von Geweben spielen, neben mechanischen oder anderen physikalischen oder chemischen Kräften, stets auch freie Radikale als schädigende Agentien eine Rolle. Sie entstehen meist bei den Entzündungen, die auf das Trauma folgen. Freie Radikale können Zellen soweit schädigen, dass sie ihre Funktion einbüßen oder sogar zugrunde gehen. Antioxidantien, die bei akuten Radikalenangriffen präventiv, bei chronischem Geschehen aber auch therapeutisch schützend wirken sind z.B. Vitamin C, Vitamin E, Glutathion und Coenzym Q 10, sowie Taurin und einige andere- alles Stoffe, die ohnedies zum natürlichen Bestand unseres Organismus gehören und in höherer als der üblichen physiologischen Dosis auch eine entsprechend höhere antiradikalische Wirkung haben.

Zusammenfassend setzen wir folgende Stoffe zur Behandlung der Vitiligo ein:

Phenylalanin, Kupfer,
Vitamin B12, Folsäure,
Vitamin B6,
Vitamin E,
Vitamin D,
Vitamin C und Enzyme, wobei wir bei den verschiedenen Patienten, je nach vermuteter Ursache für deren Vitiligo, Dosierungsschwerpunkte innerhalb dieser Substanzen setzen. Erforderliche Dosierungen können bei den verschiedenen Patienten unterschiedlich sein und sollten mit dem Therapeuten abgesprochen werden, weshalb wir hierzu keine allgemeinen Angaben machen wollen. Als Basis für einen gesunden Zellestoffwechsel ganz allgemein aber auch im Bewußtsein der synergistischen Wirkung vieler Vitamine und Spurenelemente untereinander im biologischen System, setzen wir noch ein Multivitamin- und ein Multimineralpräparat mit ein. Zu bedenken ist dabei auch, dass eine längerdauernde Therapie mit Kupfer einen Ausgleich durch die gleichzeitige Gabe von Zink erfordert. Es sei noch einmal daran erinnert, dass eine regelmäßige adäquate UV Bestrahlung stets erforderlich ist. In letzter Zeit versuchen wir auch eine 10% Phenylalanin-Creme lokal zusätzlich einzusetzen, die wir von unserem Hausapotheker herstellen lassen, da in der Literatur von einer verstärkten Wirkung gegenüber der reinen oralen Gabe von Phenylalanin berichtet wurde. Wir werden aber erst in etwa einem halben Jahr darüber berichten können, ob diese auch bei uns die günstige Wirkung unserer bisherigen oralen Therapie noch beschleunigen, oder verbessern kann.

In welcher Form tritt eine Repigmentierung ein, wenn der Patient auf die Therapie anspricht?

Auch bei dem bisher geschilderten komplexen therapeutischen Vorgehen, beobachten wir nur ein langsames Einsetzen der Repigmentierung . Es ist stets mit einer Latenzzeit von mehreren bis zu vier Monaten zu rechnen, bevor man eine endgültige Aussage über das Ansprechen der Therapie treffen kann. Manche Patienten reagieren schon nach einem oder zwei Monaten mit einer deutlichen Repigmentierung, andere dagegen erst nach vier manche Nachzügler erst nach fünf Monaten. Die Repigmentierung beginnt, wie bei allen anderen Therapien, die erfolgreich sind, stets in der Form, dass sich kleine Pigmentflecken ausbilden, die sich vergrößern, ineinander fließen, größere Flecken ergeben und im günstigen Falle letztendlich zur vollständigen Repigmentierung der betroffenen Haut führt.

Kosten?

Insgesamt erscheint unser therapeutischer Ansatz von der Menge der zu verwendenden Stoffe her recht aufwendig. Auf der anderen Seite lassen sich viele dieser Stoffe in wenigen Präparaten zusammenfassen. Die Kosten für die Gesamtheit aller Präparate beträgt bei günstigem Einkauf etwa 60 bis 80 EURO pro Monat (je nach individueller Rezeptur). Hinzu kommen die Kosten für die UV- Bestrahlung. Empfehlungen zur Verwendung bestimmter Bestrahlungsgeräte möchte ich hier nicht abgeben. Bisher empfahlen wir unseren Patienten aber eine "normale“ Bestrahlung in einem Sonnenstudio oder mit einem entsprechenden Gerät zu Hause. Andere Therapeuten empfehlen besondere Bestrahlungsgeräte.

Nebenwirkungen?

Mit Nebenwirkungen ist nicht zu rechnen, wenn man von gelegentlichem Übelkeitsempfinden absieht, das von der individuellen Empfindlichkeit des Patienten abhängt, und das sich zumeist durch die Verwendung von Natriumbicarbonat zur Beruhigung des Verdauungstraktes beherrschen lässt und meist auch durch Gewöhnung vergeht. Wir konnten eher beobachten, dass sich die meisten Patienten unter dieser Therapie allgemein sowohl psychisch wie körperlich besser fühlten als vor dieser Therapie. Dies ist nicht verwunderlich, da es sich bei allen Stoffen um für den Körpern generell nützliche Substanzen handelt.

Vitiligobehandlung: Heilung oder nur Symptomenbehandlung?

Abschließend muss gesagt werden, dass wir davon ausgehen müssen, dass die Vitiligo auch in den therapeutisch erfolgreichen Fällen (heute noch nicht) heilbar im eigentlichen Sinne des Wortes ist. Dies trifft zumindest für die genetisch bedingte Vitiligo zu. Eine wirksame Behandlung wird die kosmetisch störenden aber ansonsten ungefährlichen weißen Hautareale wieder repigmentieren, möglicherweise aber nicht die Disposition unpigmentierte Hautstellen zu entwickeln „heilen“. Deshalb könnte es erforderlich sein, nach erfolgreichem Abschluss der Therapie, die verordneten Stoffe zwar in einer deutlich geringeren Dosis aber eben doch weiter einzunehmen, oder, wenn dies aus Kostengründen nicht möglich ist, die Therapie dann wieder aufzunehmen, wenn sich nach Monaten oder Jahren wieder Depigmentierungen einstellen sollten.

Schlussbemerkung

Eine Reihe der von uns angewendeten Therapeutika bei Vitiligo sind seit längerem als wirksam bekannt, auch wenn sich deren Effektivität in Grenzen hält. Neben einigen zusätzliche Stoffen, die wir empfehlen, könnte das neue bei unserem Therapieansatz sein, dass wir alle diese bewährten Wirkstoffe in der Kombination einsetzen, da sie hierdurch ihre synergistische Wirkung entfalten können. Überdies versuchen wir mit diesem Konzept, den verschiedenen möglichen Verursachern der Vitiligo gleichzeitig entgegenzuwirken, was mit den häufiger angewendeten Monotherapien nicht gelingen kann. Dadurch konnten wir die Ansprechquote auf die Behandlung im vergleich zu den bisher mitgeteilten Ansprechquoten auf solche Monotherapien deutlich verbessern. Und dies nicht nur ohne Nebenwirkungen, die bei manchen anderen Therapien berichtet werden, sondern sogar unter häufig von Patienten mitgeteilten Verbesserungen des Allgemeinbefindens.

Ein Wort zur orthomolekularen Medizin

In unserer Praxis therapieren wir nach den Prinzipien der sogenannten orthomolekularen Medizin. Diese setzt essentielle Nährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente, Mineralien, Aminosäuren, Fettsäuren etc. therapeutisch ein. Dabei geht es zwar auch darum, eventuelle objektive Mängel in der Versorgung mit solchen Stoffen auszugleichen. Es geht aber vornehmlich auch darum, diese Stoffe in höheren Dosen einzusetzen, sodass sie auch ohne das Vorliegen eines objektiven Defizits therapeutische d.h. pharmakologische Wirkungen erzeugen. Diese Bemerkung scheint mir notwendig, da heute noch viele Therapeuten der Ansicht sind, dass solche Stoffe nur dann angewendet werden sollten, wenn nachweisbare Mängel vorliegen. Diese Haltung lässt nach Ansicht der Orthomolekularmediziner das nachweisbare große therapeutische Potential höherer, also pharmakologischer Dosierungen dieser Stoffe als wirksame „Arzneimittel“ bei vielen Krankheiten und Symptomen ungenutzt.

Literatur

Demjenigen, der mehr über die orthomolekulare Medizin erfahren möchte, sei das Buch „Burgersteins Handbuch Nährstoffe“ von Lothar Burgerstein im Haug Verlag als Lektüre empfohlen. Ein weiteres Buch, das über das Problem moderner Ernährung und die (mangelhafte) Versorgung mit essentiellen Nährstoffen in unserer Zeit berichtet ist „Postmoderne Ernährung“ von Furtmayr-Schuh im Trias Verlag. Ein Buch zum Thema orthomolekulare Medizin für Ärzte ist „Nutriologische Medizin“ von Melvyn R. Werbach im Hädecke Verlag, das auch Referenzen zur Behandlung der Vitiligo enthält. Es enthält auch alle weiteren Informationen und Quellenangaben zu allen oben aufgezeigten Mechanismen, über die ich die Wirkung der oben empfohlenen Stoffe bei Vitiligo zu erklären versucht habe, weshalb ich hier auf eine Auflistung von Quellenangaben verzichtet habe.

Siehe dazu einen Erfahrungsbericht von Jürgen.




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