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von Vera (Mitglied des "Flecki Beach Team") Die Vorbereitung
Nachdem ich den Aufruf zur Teilnahme am Beachvolleyballturnier der Selbsthilfegruppen "B-alltogether 2006" gelesen hatte dachte ich mir: "Ei, das ist fein- da sollte ich nach Wien fahren"..... und ich sollte Recht behalten. Beinahe hätte Bernhard das Event wegen zu geringer Teilnehmerzahl schon abgeblasen, als sich dann doch noch einige Fleckis zusammenfanden, die gruppiert nach Spielern, Ersatzspielern und Fans teilnehmen wollten. Also wurde gemeldet! Bernhard hat im Vorfeld alles super organisiert und wir mussten nur noch "antanzen". Ein Training vorab fiel wegen unüberbrückbarer geografischer Distanzen leider aus. Heftige Regengüsse in der Nacht und am frühen morgen ließen Bernhard noch kurzfristig daran zweifeln, ob das Turnier nicht von offizieller Seite abgesagt werden würde. Aber der Wettergott hatte ein Einsehen und wir haben den kompletten Tag keinen Tropfen Regen abbekommen - dafür sogar manchmal die Sonne gesehen. Der Regenguss in der Nacht hatte vermutlich sogar den Vorteil, dass der Sand auf den Spielfeldern eine recht wenig anstrengende Konsistenz hatte.
Die AufwärmphaseAm 08.Sepembter 2006 waren Martina und ich pünktlich um 12:30 als erste vor Ort im "Club Danube Alte Donau". Viel los war noch nicht: kein Bernhard, kein "Rest der Mannschaft". Auch am Eingang wurde noch nicht kontrolliert. Ob Bernhard uns "Mädels" extra früh einbestellt hatte, damit wir letztendlich auch pünktlich sind? Jedenfalls konnten wir so an der Registrierung ohne Gedränge unsere "Take Aways" und Trikots abholen. Dabei gab es gleich den ersten Schock: knallpinke Trikots! Hatte Bernhard das so ausgesucht? "Nein", klärte die nette junge Dame bei der Ausgabe uns auf, „das wurde zufällig bestimmt“. Glück für Bernhard. Es blieb auch noch genug Zeit uns einen Tisch zu reservieren und wir konnten gemütlich auf unsere Mitspieler warten. Elena aus dem Zuschauerteam hatte bei Martina leider bereits absagen müssen. Martina und ich hatten auch noch keine "Eintrittsbanderl", da wir schon vor Kassenaufstellung eingetreten waren. Also zog ich los, um uns welche zu besorgen, als die Kassentheke aufgestellt war. Ich war gerade dabei mit den Einlassern zu verhandeln, wer bei wem welche Eintrittskarten zurücklegen ließ, als ich Bernhard eintrudeln sah und überließ ihm die Regelung alles weiteren. Fast zeitgleich traf auch Harry aus der fernen Steiermark ein. Fröhlich mit einem hübschen Mädel ratschend dachte ich schon, er hätte Verstärkung mitgebracht (das hätte uns später gut getan!)- aber sie war doch "nur" eine Hinwegsbekanntschaft und gehörte zum Organisations- und Helferteam, aber eine durchaus nette. Mit dem Helfer-Team haben wir übrigens durchweg nur positive Erfahrungen gemacht. Alle waren nett, freundlich und unkompliziert- das macht Spaß. Am Einlass alles geklärt, packte ich die Jungs mit an unseren Tisch, aber bereits unterwegs wartete Bernhard mit der ersten Hiobs-Botschaft auf: seine Frau kann wegen Krankheit eines "Familienmitglieds" nicht kommen. Ich musste schlucken. Das bedeutete für mich: ich werde spielen müssen. Eigentlich war ich als Ersatzspieler geplant, aber es fielen nun schon Martina als aktive Spielerin wegen ihres Rheumas und nun auch noch Bernhards Frau aus. Kurz drauf kam die nächste schlechte Nachricht: auch Angela wird nicht kommen (wir verzeihen!). Das Zuschauer- und Ersatzspieler-Team schrumpfte so langsam gegen Null. Martina musste nun also die Vierfach-Rolle übernehmen: Marketing/Coaching/Zuschauer/Ersatzspieler. Natürlich war und ist sie dem problemlos gewachsen. Und wir hofften, dass Gerda wenigstens noch kommen würde. So langsam trudelten auch mehr und mehr Leute der anderen Mannschaften ein, und es begann hier und dort ein Ball durch die Gegend zu fliegen, das Mittagsbüffet wurde aufgebaut, Getränke bereitgestellt. Harry hatte sich bei uns "Mädels" gleich in bester Manier vorgestellt- Bernhard versuchte derweil telefonisch noch Leute zum kommen und mitmachen zu mobilisieren. So langsam wurde es aber Zeit sich ins Spielerdress zu werfen- genug Auswahl an Trikots (6 Stück für derzeit 4 Personen) war vorhanden. Harrys Wunsch auf eine gemischte Umkleidekabine wurde nicht erfüllt- die Jungs mussten zuerst. Wir Mädels passten auf den Tisch auf und harrten der Gerda, die da hoffentlich kommen würde. Als es für uns Mädels ans umziehen ging, gab es noch Trikots in Größe L und XL. Super! Aber was soll’s! zu groß waren ohnehin alle. Und Harry sah in "S" wirklich hinreißend aus. So langsam wurde ich dann doch schon ein wenig nervös. Ich sollte gleich Volleyballspielen und hab schon so lange kein Ball mehr in der Hand gehabt... Also einspielen! Martina blieb, um Gerda in Empfang zu nehmen am Platz, Bernhard telefonierte zwischenzeitlich immer mal wieder- aber Harry war ein hervorragender Trainingspartner. Jeder hatte eben seinen "Job". Ohne Netz und Sand ging's einigermaßen gut mit dem Ball, ich wollte mich letztendlich für die Spiele schonen, und außerdem wartete bereits das Mittagessen und die offizielle Begrüßung- und endlich auch Gerda, die extra aus Graz angereist war. Immerhin war nun die Mannschaft komplett. Natürlich haben wir uns vor den Spielen alle noch ordentlich mit Pasta und Salat gestärkt. Die vollen Bäuche sollten später letztendlich auch keinen Einfluss gehabt haben auf unser hervorragendes Ergebnis.
Das TurnierNachdem die ersten Spiele ausgerufen wurden war klar, dass wir noch Verdauungspause hatten. Aber einen Schiedsrichter sollten wir bereits stellen: ganz klar die Aufgabe für Harry. Dass er nicht so gut im Zählen ist, haben die spielenden Mannschaften bei den fehlenden Seitenwechseln kaum bemerkt. Wir übrigen beobachteten derweil gespannt die zukünftigen Gegner. Bis dahin noch im Glauben, jede Mannschaft könne von uns geschlagen werden- feuerten wir unsere späteren Kontrahenten noch an. Harry erhielt alsbald auch professionelle Unterstützung von Felix, unser aller liebstem Mitglied des Helferteams. Wir Mädels waren fasziniert von der Art und Weise wie er seine Hose auszuziehen vermochte und damit ebensoviel Bein zeigte wie Köpfchen (unter seiner weinroten Kappe). Die Männer begeisterte vielleicht mehr sein volleyballerisches Können und seine sympathische und offene Art. Felix interessierte sich für alles, half überall wo Not am Mann war und war einfach: unser Liebling. Wir hatten uns schon super eingespielt – mental - und es begann richtig lustig zu werden. Wir fieberten dem ersten Einsatz entgegen, aber auch die zweite Runde wurde ohne uns eingeläutet. Hatte man uns vergessen? Nein! in unserer Gruppe waren nur drei statt wie üblich vier Mannschaften, so dass wir ein Vorrundenspiel weniger bestreiten mussten. Letztendlich durften wir unser erstes Spiel dann gegen die "Insulaner" bestreiten. Noch nicht so ganz eingespielt hatten wir ein wenig Anfangsschwierigkeiten gegen das durchaus schlagbare Diabetiker-Team. Unser Kampfgeist und die heftigen Anfeuerungsrufe von Martina ließen uns dann zur Mitte des Spiels zu Hochform auflaufen, und wir gewannen letztendlich souverän. Dies hinderte uns nicht daran, mit den Insulanern zunächst das erste hinter uns liegende Spiel zu feiern. Geminsam gemachte Bilder werden sicherlich ausgetauscht- obwohl sich der Adressaustausch unsererseits zwecks (noch!) fehlender Visitenkarten der Fleckis nicht ganz so simpel gestaltete- da musste ein Kugelschreiber her. Harrys Hinwegsbekanntschaft war in diesem Duell ein ansehnlicher Schiedsrichter, wobei sich herausstellte, dass auch sie nicht unbedingt besser zählen konnte als Harry. Unser Coach Martina versorgte uns zwischenzeitlich mit allem was wir brauchten: Sportlernahrung, Trinken, frischem Obst, aufmunternden Worten und viel Liebe - lediglich zur Toilette mussten wir selbst gehen. Inzwischen hatten wir so viel Gefallen am Spiel gefunden, dass auch in den Spielpausen immer wieder zum Ball gegriffen wurde. Schon wartete aber auch der nächste Vorrunden-Gegner auf uns: die "Aktiven Diabetiker Austria 2". Wir wussten, dass dieser Kampf mit Sicherheit härter werden würde. Mit tatkräftigem Einsatz versuchten die Jungs uns Mädels ins Spiel zu integrieren und schmetterten wenn möglich den Ball übers Netz. Letztendlich konnten wir uns immerhin einige Punkte und jede Menge Spaß in diesem Spiel erkämpfen- mussten uns aber dennoch geschlagen geben. Mit dieser Mannschaft haben wir uns im Laufe des Tages richtig angefreundet, und immer mal wieder einen Ball in gemischten Teams zusammen geschlagen. Dank der glücklichen Gruppenwahl waren wir mit unserem einzigen Sieg dennoch eine Runde weiter und warfen einen Blick auf den kommenden Gegner im Achtelfinal. "Aktive Diabetiker Austria 1" stand da. Huch, die kennen wir doch irgendwie schon... Unsere Freunde aus dem Team "Aktive Diabetiker Austria 2" klärten uns auf: das sei ihre "Profi Mannschaft". Aha- wir wussten Bescheid. Zu verlieren würden wir in diesem Spiel nichts haben - außer Spaß, und den lassen wir uns nie nehmen! Wir trainierten noch fleißig, mit den Austria 2- Leuten - und ließen es uns gut gehen. Unser Achtelfinalspiel war schließlich eine äußerst amüsante Sache! Zunächst gelang es uns mit viel Raffinesse den Gegner durch geschickte Taktik zu verwirren. Selbst einfache Bälle wurden unsererseits verschlagen - z.B. mindestens zweimal auf den daneben liegenden Tennisplatz. Das gelang übrigens als einziger wohl nur unserer Mannschaft im Verlauf des Turniers. Meine minutenlangen Lachtiraden ließen den Schiedsrichter kalt, die Gegner waren jedoch derart irritiert, dass es uns zwischenzeitlich sogar gelang zwei reguläre Punkte zu erzielen. Beim Stand von 2:10 war dann wohl auch dem Gegner klar, wer Herr der Lage ist und es wurden uns noch einige schöne Spielzüge und ein paar Punkte gegönnt. Bis zum Schluss gaben wir das Spiel nicht verloren- Gerda hechtete sich mit unermüdlichem Einsatz richtig in Form, Bernhard feilte an wohldurchdachten Spielzügen, Harry glänzte mit gekonnten Schmetterbällen und ich war die beste beim Jubeln und Hinternwackeln. Martina's Trainer- und Jubeljob litt während unseres letzten Spiels unter ihrer weiteren Aufgabe als PR-Managerin, aber mit halbem Auge und ganzem Herzen war auch sie beteiligt am harten Kampf. Leider war das Turnier für uns nun zu Ende- aber noch längst nicht die Gaudi! Unserer Spielfreude durften wir nicht weiter frönen, da die Plätze nun dezimiert und den Viertelfinalisten - sowie zahlenden Club-Danube Mitgliedern - vorbehalten waren. Unsere Unterstützung gewährten wir fortan demjenigen Team, das uns aus dem Turnier geworfen hatte, und wir jubelten schließlich die "Aktiven Diabetiker Austria 1" bis ins Finale. Hier erlebten wir den auch vermutlich größten inoffiziellen Erfolg des Tages: mehrfach wurden wir vom Stadionsprecher wegen der aufopferungsvollen Unterstützung und unserer freudigen Jubeltiraden erwähnt. Die Theorie, vom Stadionsprecher nur so oft erwähnt worden zu sein, weil unser Team-Name "Fleckis" kurz und gut sprechbar war und nicht nach einem Beipackzettel klang, war wirklich nur reine Theorie. Sicherlich wollte der ein oder andere auf dem Platz auch gerne einmal Mitglied einer so fabelhaften Mannschaft sein. Sicherlich sind wir "Volleyballer der Herzen" geworden- und manch einer fragt sich noch heute, was die "Fleckis" wohl für eine Krankheit haben, die so lustig macht. Im Finale ging unsere favorisierte Mannschaft letztendlich genauso sang und klanglos unter, wie wir zuvor gegen diese selbst verloren hatten. Aber auch der letztendliche Sieger des Turniers "Team Niere Kärnten" (übrigens bereits 2005 Sieger) war ein fairer Gegner und gönnte den Diabetikern noch ein paar schöne Ballwechsel. Die Feier Aufgrund einiger kalter Füße machten wir uns auf den Weg zu Umkleiden und Duschen, um anschließend frisch geschniegelt der sogenannten Exhibiton (Schauturnier der Profis) zuzusehen. Es ist schon beeindruckend, wie die Profis ihre Bälle über das Netz donnern- aber irgendwie lässt mich der Eindruck nicht los, dass wir "Unprofessionellen" wesentlich mehr Freude daran hatten. Zu Reden und Siegerehrung waren wir als Profi-Jubelteam natürlich wieder gefragt und dabei. Leider haben wir keinen der Volleybälle gewonnen, die unter den Teilnehmern verlost wurden. Schade- so müssen wir nächstes Jahr wohl wieder ohne vorheriges Training aus Ballmangel antreten.
Etwas ratlos, was den restlichen Abend passieren wird, packte Bernhard kurzerhand die mitgebrachte Dermacolor-Palette aus, und wir versuchten gemeinsam einen Farbton zu finden, der Gerdas Hände passend abdeckt. "etwas mehr ins rot..." "nein, etwas gelblicher..." "...da muss man vielleicht mischen...": Wir haben es eben nicht einfach. Für Harry war da schneller ein passender Ton gefunden- und vier gefleckte Hände schminkten uns flugs einen ungefleckten Harry herbei. Zwischenzeitlich wurden wir auch vom Stadionsprecher informiert wo wir das Festzelt zum feiern finden würden, und so machten wir uns auf den kleinen Spaziergang zum Festzelt an der Alten Donau. Wir konnten noch einen ganzen Tisch für uns ergattern und schnell war Gerda auserkoren uns vom Getränkestand zu beliefern. Es gab alles was der Herz begehrte. Es dauerte nicht lange, wurde auch das Buffet eröffnet und jeder kam auf seine Kosten. Bernhard fand das Rind gar köstlich, so dass ich mir davon ebenfalls auflud und begeistert war. Lediglich Harry bemängelte, dass es keinen Fisch gab. Scheinbar hatte er diesen aber nur nicht gesehen. Wo seine Augen wohl waren? Insgesamt war die Stimmung im Festzelt unter allen Teilnehmern äußerst fröhlich und freundschaftlich. Fröhlicher wurden auch wir nach jedem Gang zum Getränkestand. Schließlich gab es einiges zu feiern: unseren Erfolg des Tages, Harrys bevorstehenden Geburtstag und die Danksagungen des Teams "Aktive Diabetiker Austria 1" für unsere herzliche Unterstützung. In Harrys Geburtstagssong stimmten einige gut gelaunte Fremde mit ein. Aber nur von uns Teammitgliedern durfte er sich seine Geburtstagsküsse holen. Wir saßen noch eine wirklich lustige Zeit zusammen, haben gelacht, diskutiert und geflirtet. Ich hoffe wir haben uns durch ein paar laute Töne nicht unseren mittags erworbenen guten Ruf zunichte gemacht. Ach was - Hauptsache, uns hat es gefallen. Irgendwann müssen auch gute Freunde auseinander gehen und wir machten uns auf den Heimweg. Da außer Bernhard alle mit den "Öffis" angereist waren, ließ Hirte Bernhard es sich nicht nehmen uns andere gemeinsam zur passenden Bahn zu fahren. Geduldig warteten wir im Auto bis der Fahrer bereit und das große Gepäck gepackt war. Anrüchige Flyer, die wir an seinem Auto vorfanden versteckten wir so, dass mit Sicherheit seine Frau sie irgendwann finden würde. Warum Harry in der Wartephase kurzfristig auf dem Fahrersitz platz nahm, habe ich irgendwie vergessen. Selbst auf dem Heimweg waren wir also keineswegs müde oder mürrisch, kann berichtet werden. An der Haltestelle "Alte Donau" der U1 entließ uns Bernhard schließlich mit festen Drückern aus seiner Obhut und es trennten sich manche Wege. Wie sich die Schicksale der einzelnen Turnierteilnehmer an diesem Abend weiter gestalteten, geht die Öffentlichkeit nun aber wirklich gar nichts an. Die Nachbereitung Das ganz offizielle Fazit lautet: es war eine erfolgreiche Veranstaltung. Einige Menschen – auch namhafte- mehr wissen nun was Vitiligo ist und warum man darunter leidet, und das ist gut. Für nächstes Jahr schreiben wir auf: Visitenkarten sollten bis dahin fertig sein- aufs Trikot muss irgendwie die Webseiten-Adresse und viel mehr Fleckis sollen mit. Ganz inoffiziell steht für mich fest: wir sind wieder dabei! Dann • mit einem professionellen Ballträger (wie ihn unsere "Aktive Diabetiker Austria" - Mitspieler hatten) • mit halbprofessioneller Unterstützung von Freunden und Helfern die mindestens so gut Volleyballspielen können wie Bernhard und Harry (wie es zahlreiche Mannschaften im Turnier hatten) • vielleicht mit ein wenig unprofessionellem Training im Vorfeld und • mit genau soviel laienhaftem Spaß wie dieses Jahr. Wer macht mit? Danke, dass ich dabei sein durfte. Vera vom "Flecki Beach Team" |